Gegründet
wurde der Orden von Hugo de Payns, der aus einem kleinen Ort Namens
Payns in der Champangne, wenige Kilometer von Troyes entfernt, stammt.
Er war verheiratet und hatte einen Sohn mit Namen Thibaud, der spätere
Abt des angesehenen Klosters St. Colombe in Troyes. Vermutlich
entstammte Hugo de Payns einer Seitenlinie des Grafen von Troyes.
Jedenfalls gehörte seine Familie zu dem mittleren Adel an. 1104 machte
er im Gefolge des Grafen der Champagne eine Pilgerfahrt ins Heilige
Land, von der er tief beeindruckt zurückkehrte. Bereits 1114 brach er
erneut auf, mit dem Vorsatz, für immer im Lande des Herrn zu bleiben.
Vermutlich um das Jahr 1118 kam es in Jerusalem zur Gründung des neuen
Ordens. Mit dem Weggefährten Gottfried de Saint-Omer und weiteren
sieben französischen Rittern wurde der erste geistliche Ritterorden,
wie es ihn in dieser Form seither nie gab, gegründet. Aus dem Bericht
des Jacob von Vitry :"Historica orientalis sive Hierosolymitani" ist
folgendes überliefert: "Einige von Gott geliebte und seinem Dienst
ergebene Ritter entsagten der Welt und weihten ihr Leben Christus.
Durch feierliche, vor dem Patriarchen von Jerusalem abgelegte Gelübde
versprachen sie, die Pilger gegen Räuber und Wegelagerer zu
verteidigen, die Wege zu schützen und dem König und Herrscher als
Ritter zu dienen. Sie hielten die Gebote der Armut, der Keuschheit und
des Gehorsams ein, nach der Regel der Regularkanoniker. Ihre Führer
waren zwei ehrwürdige Männer, Huge de Payns und Gottfried de
Saint-Omer. Anfangs waren es nur neun Männer, die einen so heiligen
Entschluss gefasst hatten; sie dienten neun Jahre lang in weltlichen
Gewändern und kleideten sich stets von dem , was die Gläubigen ihnen
als Almosen gaben. Der König, seine Ritter und der Patriarch waren des
Mitleids voll für diese edlen Männer, die für Christus alles aufgegeben
hatten und gaben ihnen bestimmte Güter und Benefizien für ihren
Unterhalt und für das Seelenheil der Stifter. Und weil sie keine eigene
Kirche oder Wohnstatt hatten, beherbergte sie der König von Jerusalem
in seinem Palast, nahe dem Tempel des Herrn. Der Abt und die
Regularkanoniker des Tempels gaben ihnen für die Erfordernisse ihres
Dienstes ein Stück Land nicht weit vom Palast. Und aus diesem Grund
nannte man sie später Templer". Hauptzweck des Ordens sollte der Schutz
der Pilger sein, die besonders die Strasse von Jaffa nach Jerusalem und
von der heiligen Stadt nach Jericho sowie zur Taufstätte Jesu am Jordan
benutzten. Auch wurden sie mit dem Schutz über die heiligen Stätten und
mit der Aufbewahrung der heiligsten Reliquie der Christenheit, dem
Balken vom Kreuz Christi, betraut. Der König von Jerusalem, Balduin
II., überliess dieser jungen Gemeinschaft einen Teil seines Palastes
neben dem alttestamentlich-herodianischen Tempel. Sie nannten sich die
"arme Ritterschaft Christi vom Tempel Salomons". In dem Bestreben,
Mönchtum und Ritterleben zu vereinigen, entstand eine kleine, religiös
begründete und orientierte Bewegung, wobei sich einige Ritter
entschlossen, der Welt zu entsagen. Es entstanden in dieser neuen
Bewegung zwei völlig verschiedene Ideale: das Mönchtum und die
Ritterschaft. Dies entwickelte sich eigentlich in einer Zeit, in der
mehr eine klare Trennung nach dem trifunktionalen Schema der drei
Stände Arbeitende, Kämpfende und Betende entwickelte; ein klarer
Affront gegen bestehende Systeme. Die neue Kombination , Mönch und
Ritter, passte genau in die Ideale der Kreuzzugsbewegung und die durch
die Eroberung des Hl. Landes entstandenen Erfordernisse. Diese in ihrer
Natur entgegenstehenden ethnischen Grundbegriffe galt es in sich zu
vereinen. Diese Konstellation war erst durch den 1. Kreuzzug möglich
geworden und durch Hugo de Payns umgesetzt worden. Die kleine
Gefolgschaft um Hugo de Payns entsagte somit allen irdischen Gütern, um
sich voll und ganz in den Dienst des Herrn zu stellen. So entstand eine
Gemeinschaft kämpfender Rittermönche, die sich zu einer neuen Art
Ordensbruderschaft dem "Ritterorden" entwickeln sollte. 1126 trat der
Graf der Champagne dem Orden bei und bewirkte damit ein epochales
Ereignis, demzufolge grosse Schenkungen dem Orden zuflossen und auch
den stetigen zuwachs von neuen Ordensbrüdern veranlasste. Im Jahre 1127
machte sich Hugo de Payns mit fünf Ordensrittern auf den Weg ins
Abendland, um bei den kirchlichen Autoritäten für die Anerkennung als
päpstlicher Orden zu werben. Weiterhin galt es auch, der neuen
Gemeinschaft eine Ordensregel zu geben. Bernhard von Clairvaux soll
massgeblich dabei mitgewirkt haben. Auf dem Konzil von Troyes 1128
wurde die Gemeinschaft als Orden, durch Papst Honorius II. Anerkannt.
Den Ordensrittern wurde nun gestattet, den weissen Ordensmantel als
äusseres Zeichen zu tragen. Im darauffolgenden Jahr, 1129, kehrte der
Grossmeister mit ca. 300 Rittern aus den edelsten Familien Frankreichs
mit gewaltigen Geldreserven ins Hl. Land zurück. Es lässt sich nicht
sagen, auf welche Zahl von Ordensrittern und Servanten der Orden um das
Jahr 1130 angewachsen war. Es muss allerdings schon erstaunlich gewesen
sein, da mittlerweile auch bereits im Abendland Ordensniederlassungen
gegründet waren. sie nahmen die Schenkungen entgegen , die dem Orden
zuteil wurden. Sie waren auch die Anlaufstellen für neue
Ordensmitglieder. Eine der ersten grossen Schenkungen, die der Orden
bekam, ist durch eine Urkunde des Grafen Raimund Berengar III. Von
Barcelona, datiert auf den 14.07.1130, belegt: "Ich gebe auch derselben
Miliz, mit Zustimmung und Einverständnis meines Sohnes Raimund und mit
der Billigung meiner Barone, in die Hände des selbigen Hugo die
befestigte Burg Granada, gelegen in meiner Mark an der Grenze zu den
Sarazenen, samt den Rittern, die diese Burg für mich halten, und mit
der dort lebenden Bevölkerung." Es zeigt, welche Bedeutung der Orden in
der kurzen Zeit seines Bestehens, auch unter dem Aspekt seiner
militärischen Möglichkeiten und auch Fähigkeiten, hatte und wie er auch
eingeschätzt wurde. So beteiligten sich die Templer auch in Spanien an
der Reconquista, um das Land von der Herrschaft der Muslime zu
befreien. Ähnlich war die Situation an der Ostgrenze in Deutschland.
1241 kämpften Ordensritter der Templer zwischen polnischen Rittern und
schlesischen Edelleuten bei Lignitz verbittert gegen die eindringenden
Mongolen. Zu dieser Zeit zählte man ca. 20 000 Mitglieder, später hatte
der Orden 16 Provinzen im Abendland mit angeblich ca. 10 500
Ordenshäusern und Burgen sowie 5 Provinzen im Morgenland. Im Laufe der
Zeit war das ursprünglich gesetzte Ziel des Ordens, der Weg für die
Pilger im Hl. Land durch die Bildung einer Miliz zu schützen längst
grösseren Herausforderungen von militärischen und politischen Aufgaben
gewichen. Der Schutz der Pilger wurde zur Nebensache. Bis zum Tode des
ersten Grossmeisters im Jahre 1136 war der Orden dem Willen des
Patriarchen unterstellt, er bestimmte die Aufgaben der Ordensritter.
Nachfolger von Hugo de Payns wurde 1137 Robert de Craon. Sein Bestreben
war, den Orden von der Unterordnung des Patriarchats freizustellen, nur
der Kirche und dem Papst wollte man Rechenschaft ablegen. Noch im
gleichen Jahr wurde dieses Ziel erreicht. Der Orden war nun durch
päpstliches Dekret frei von aller weltlicher Bevormundung und stand
direkt unter päpstlichem Schutz. 1147 fand in Paris ein
zusammengerufenes Ordenskapitel statt, dem auch Papst Eugenius III.
Beiwohnte. Anlässlich dieses Treffens gab der Papst den Ordensrittern
das Recht, von nun an das Kreuz der Kreuzfahrer ständig zu tragen. Es
war das sogenannte Tatzenkreuz, das auf der linken Seite des
Ordensmantels getragen wurde. Die dienenden Brüder, auch Servienten
genannt, trugen einen aus Wolle genähten, einfachen Mantel. Es ist gar
nicht möglich, in dieser kurzen Abhandlung alle einzelnen militärischen
Aktionen aufzuzählen.--- Ab der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts
befanden sich die Christen im vorderen Orient ständig im Krieg mit den
Muslimen, eine Schlacht folgte der anderen. Lange Zeiten der Waffenruhe
gab es nicht. Der Orden hatte viele Gelegenheiten, um sein
militärisches Können unter Beweis zu stellen. Immer wieder führten
Ritter des Ordens die Kämpfe an und immer wieder waren es Templer, die
den Christen letztendlich in der Schlacht zum Sieg verhalfen. Der Orden
entrichtete bei diesen Kämpfen einen hohen Blutzoll. Von seinen 23
Grossmeistern fielen alleine fünf in der Schlacht, fünf weitere starben
an Verwundungen und einer starb in muslimischer Gefangenschaft. Dieser
hohe Blutzoll ist für den Gesamtorden bezeichnend. Zum Ende des 12.
Jahrhunderts wurde in Akkon, im Hause der Templer der dritte grosse
Ritterorden, der "Deutsche Orden" gegründet. Zu dieser Zeit wurden die
Templer zu einer in der damaligen Welt umspannenden Organisation.
Grosse Besitzungen hatte der Orden, eine Fülle militärischer Erfolge
konnte er vorweisen und seine Grossmeister wurden als Ratgeber und
Diplomaten geschätzt und geehrt. Sie hatten ein noch nie dagewesenes
logistisches Wirtschaftssystem aufgebaut. In den Komtureien und
Ordenshäusern im Abendland, die ohne weiteres als Stadthäuser und
Landgüter bezeichnet werden konnten, wurde Ackerbau betrieben,
Schlachtvieh gezüchtet, auch in der Pferdezucht war man für die
damalige Zeit richtungsweisend , dadurch konnte auch der hohe Verlust
in Kriegszeiten fast ausgeglichen werden. Eine eigene Flotte sorgte für
den Transport des benötigten Nachschubs ins Hl. Land. Am weissen Segel
mit dem roten Ordenskreuz erkannte man schon von weitem ihre Schiffe am
Horizont der Meere. Den Pilgern nach Palästina bot man die Möglichkeit
an, zu Hause in einem nahe gelegenen Templerhaus Bargeld zu
hinterlegen, um dieses im Morgenland bei den Templern wieder abheben zu
können. Das ermöglichte sicherer und gefahrloser ohne grössere
Geldbeträge reisen zu können. Diese Dienstleistung war für die damalige
Zeit revolutionierend, wenn man bedenkt, dies alles wurde ohne
technische Hilfsmittel bewerkstelligt. Der reiche Templerorden mit
seinen gewaltigen Privilegien hatte verschiedentlich die Möglichkeit,
einen eigenen Ordensstaat zu gründen. Dies wurde seinerzeit sicherlich
nicht als oberste Priorität gesehen, obwohl Zypern für kurze Zeit im
Besitz des Ordens war. Die Templer bauten an verschiedenen Orten im Hl.
Land Festungen und unterhielten diese auch, gewaltige Summen
verschlangen diese Aufgaben. Der Bau der grössten Festung, die zur Zeit
der Kreuzzüge entstand, ist die Burg "Athlit", auch Pilgerschloss
genannt, südlich des Karmel. Die Festung umfasste eine Fläche von etwa
44 800 m² und konnte ca. 4000 Mann samt ihrem Tross unterbringen. Nahe
dem See Genezareth lag die Burg Saphet in 850 m Höhe. In normalen
Zeiten nahm sie 1650 Mann Besatzung auf, um konnte in Kampfzeiten bis
zu 550 weitere kämpfende Ordensbrüder aufnehmen. Beide
Verteidigungsanlagen waren mit damaligen Waffen nicht zu nehmen. Athlit
wurde kampflos übergeben, Saphet fiel durch Verrat dem Sultan Baibar
zum Opfer. Nach der verlorenen Schlacht bei Hattin 1187 musste sich das
christliche Heer nach Akkon zurückziehen, wo 1291 die Templer noch
einmal ihren Mut und ihre Tapferkeit bewiesen. Am 18.05. des gleichen
Jahres fielen die Mauern von Akkon. Noch zehn Tage hielten die Templer
die Burg, mit deren Einsturz auch das christliche Königreich Jerusalem
zu Ende ging. Der Orden zog sich nach Zypern auf sein dortiges
Hauptquartier zurück, um gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt
nach Palästina zurückzukehren. Nun wird ein finsteres Kapitel des
Mittelalters von einem Mann eingeleitet, der für den Tod des Papstes
Bonifaz VIII.im Jahre 1303 und wohl auch für den seines Nachfolgers,
Benedict XI.1304, verantwortlich war. Weiterhin nahm er Einfluss auf
die Wahl Raymond Bertraud de Goth,der als Papst Clemens V.auf den Stuhl
Petri folgte und für die Verlagerung des apostolischen Stuhls nach
Avignon, somit in seinen Machtbereich Frankreich, gesorgt hatte, Philip
IV.,der Schöne, König von Frankreich.
Nach dem Untergang des
christlichen Königreiches Jerusalem hätte der französische König gerne
eine Verschmelzung der beiden Ritterorden, Johanniter und Templer,
gesehen. Philip wollte gerne selbst Templer werden, was ihm aber
verweigert wurde. Wäre der Zusammenschluss der beiden Orden gelungen,
so wollte Philipp zugunsten einer seiner Söhne auf den Thron
verzichten, um mit Hilfe des Papstes Clemens Grossmeister der beiden
Orden zu werden. Er wäre somit der mächtigste und reichste Mann der
westlichen Welt geworden. Dieser Zusammenschluss wurde jedoch mit der
klaren Ablehnung von Jaques de Molay vereitelt; Philipp der Schöne
musste umdenken, um seine Ziele zu erreichen. Es lag nahe, die
Vernichtung des Ordens anzustreben. In Wilhelm de Nogaret, dessen Vater
angeblich von den Templern nicht aufgenommen wurde, fand Philipp einen
geschickten Helfer. Dieser hatte ihm schon Papst Bonifaz aus dem Weg
geräumt, so schmiedete er den Komplott gegen die Templer mit. Er
beschuldigte den Orden der Häresie, der Ketzerei, des Götzendienstes
und man habe sogar einen Götzen namens "Baphomet", den man anbete. Dies
waren schreckliche Geschichten und ein guter Vorwand anzuklagen.
Philipp erhob beim Papst Anklage und forderte ihn auf, den Orden zu
verbieten. Über diesen Vorwurf war Jaques de Molay entrüstet und
bezeichnete ihn als absurd, er forderte eine lückenlose Untersuchung.
Clemens setzte eine Untersuchungskommission ein, um die Vorwürfe gegen
den Orden prüfen zu lassen. Diese Vorgehensweise passte dem König
überhaupt nicht, das Ergebnis konnte ja negativ für ihn ausgehen. So
versammelte Philipp im September 1307 seine vertrauten Räte in der
Abtei "Sainte Maria de Pontoise", um sich und gab Befehl, alle
Mitglieder des Ordens in Frankreich zu verhaften. Er gab an , dies
geschehe auf Befehl des Generalinquisitors. Der Erzbischhof von
Narbonne, in seiner Eigenschaft als Siegelbewahrer, weigerte sich diese
Entscheidung zu beurkunden, was den Verlust seines Amtes zur Folge
hatte. Es wurde sofort dem unter Kirchenbann stehenden Wilhelm de
Nogaret übertragen.
Noch am 12. Oktober 1307 kam Jaques de Molay einer ausdrücklichen Bitte
des Königs nach, am Begräbnis seiner Schwägerin, Katharina de Vallois,
als Repräsentant teilzunehmen. Es war das letzte Mal, dass der
Grossmeister im Ordensornat einer offiziellen Aufgabe folgte. Im
Morgengrauen danach setzte die Welle der Verhaftungen der Templer in
Frankreich ein. Der Grossmeister wurde von Nogaret selbst im Tempel zu
Paris festgenommen. Die Ergebnisse der Verhöre und deren Verlauf sind
eine Geschichte für sich, deren Darstellung in dieser Form kaum machbar
ist. Es kam soweit, dass sie wie erwartet, unter den Schmerzen der
Folter das gestanden, was sie gestehen sollten, damit die Marter ein
Ende nahm. Auch der Grossmeister des Ordens wurde unter der Folter zu
Geständnissen gebracht, die er später widerrief. Seine Bitte wurde
abgewiesen, dem Papst zur Aussage vorgeführt zu werden. Papst Clemens
war von der Vorgehensweise des Königs so überrascht, dass er sich in
einem Schreiben an denselben über diese nicht abgesprochene
Handlungsweise beklagte. Philipp setzte sich skrupellos über alles
hinweg, die Ritter samt den Brüdern waren verhaftet und das Ende des
Ordens war nicht aufzuhalten. Dem Grossmeister wurde gestattet, zum
Verhör vor dem Papst gesandte Kardinäle zu treten. Mit 60 anderen
Templern wurde er im Kapitelsaal der Kathedrale von Notre-Dame
angehört. Jaques de Molay nutzte die Gelegenheit, um sein erzwungenes
Geständnis zu wiederrufen. Er entblösste Brust und Arme, zeigte den
Legaten des Papstes die Merkmale der Folter und sprach: Sehet,Ihr
Herren, dass sie uns sagen liessen, was sie gewollte haben."
Die anwesenden Würdenträger des Papstes zweifelten an der Schuld des
Ordens, konnten aber gegen die Macht Philipps nicht ankommen. Dieser
brachte Clemens dazu, 1307 die Herrscher Europas dazu zu bewegen, alle
Templer festzunehmen und zu verhören. Lediglich der König von Portugal
widersetzte sich der Anordnung . Er gab den Ordensrittern die
Gelegenheit, den Orden in "Christusorden" umzuwandeln. Die Verhöre
brachten keine Ergebnisse, die Anklage und Prozess hätten rechtfertigen
können. Trotzdem hielt man die Templer in Haft. Man verhörte 231
Zeugen, ohne jedoch zu einer Verurteilung zu kommen. Philipp der Schöne
drängte nun auf ein baldiges Ende und ein Urteil, die Verhöre wurden
daraufhin eingestellt. Im März 1311 fand in Vienne ein Konziel statt,
Clemens V. stellte dem Konzilausschuss die Frage, ob man den Templern
nochmals Gelegenheit zur Verteidigung geben, oder, wenn auch schweren
Herzens, ein Urteil sprechen solle. Am 03.April 1312 wurde dann, wie zu
erwarten war, der Orden aufgelöst. Der letzte Grossmeister, Jaques de
Molay lag noch zwei Jahre im Kerker, dann wollte man auch mit ihm
entgültig die Templergeschichte schliessen. Man brachte ihn mit dem
Praeceptor der Normandie, Gottfried von Charney, nach Paris, um ihm
nochmals die Anklage vorzulesen. Als die Ankläger schon der Meinung
waren, die Sache sei nun ausgestanden, erhob nochmals Jaques de Molay
die Stimme, um die Unschuld des Ordens zu beteuern und zu betonen, dass
die Anklage in allen Punkten erlogen sei. Nach einer Chronik von
Ursperger sprach er in etwa wie folgt:"Auf der Schwelle des Todes, wo
auch die leiseste Lüge schwer wiegt, gestehe ich im Angesicht des
Himmels und der Erde, dass ich grosse Sünde gegen mich und die Meinigen
begangen und mich des bitteren Todes schuldig gemacht habe, weil ich,
um mein Leben zu retten und dem Übermass der Martern zu entgehen, vor
allem durch die Schmeichelworte des Königs und des Papstes verlockt,
gegen meinen Orden mich erhoben habe. Jetzt aber wiewohl ich weiss,
welches Los meiner harrt, will ich keine neue Lüge zu der alten häufen;
und indem ich erkläre, dass der Orden sich stets rechtgläubig und rein
von Schandtaten erhalten hat, verzichte ich freudig auf mein Leben."
Die Ankläger waren ratlos, wie nun weiter verfahren werden sollte.
König Philipp schaltete sich ein und befahl, Jaques de Molay und
Gottfried von Chaney unverzüglich dem Feuer zu übergeben. Bei
Sonnenuntergang am 18. März 1314 wurde auf der Isle de Jude, einer
Seine-Insel, der Scheiterhaufen angezündet. Der letzte Grossmeister der
Templer liess sich mit Blick auf Notre-Dame ins Feuer stellen, damit er
ein letztes Gebet zur Gottesmutter richten konnte. Es wird berichtet,
dass er so sanft gestorben sei, als habe er den qualvollen Feuertod
nicht verspürt. Sein geistiges Erbe, die Zielsetzung, das Christentum
vor seinen Feinden zu schützen und den Glauben zu bewahren, lebte
jedoch weiter. "Contra Inimicos Fidei Et Pacis Pro Defensione
Christianorum"
Was bis heute nicht vergessen wird, ist das Unrecht, das dem
Templerorden angetan wurde und bis heute nicht revidiert wurde.